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Beraten - begleiten - ermutigen

Mit Unsicherheit umgehen

Täglich erhalten wir über die Medien eine Vielzahl von Nachrichten über Corona; die Entwicklung der Infektionszahlen, die gestiegene Inzidenz, die geänderten Konsequenzen fürs öffentliche Leben. Unter all den Informationen sind wichtige Fakten, aber auch Meldungen, die für Verunsicherung sorgen und Fragen aufwerfen: Impfen lassen? Urlaub planen? Freunde treffen? Kulturangebote? Wie geht es weiter?

Ob ein neuerlicher Lockdown die Lage beruhigen würde, ist ebenso unklar, wie die Frage, ob es dem Land ohne einen dritten Lockdown auf Dauer besser gehen würde.
 

Versuchen Sie ihre Verunsicherung als eine natürliche Reaktion auf diese außergewöhnliche Situation zu betrachten. Es kann helfen, sich vor Augen zu führen: Die Lage wird sich stetig verbessern und auch Sie selbst werden noch mehr Sicherheit und Selbstverständlichkeit dabei gewinnen, mit den neuen Umständen umzugehen. Wie werden Sie wohl in ein paar Monaten auf die jetzige Situation zurückblicken?

Vielleicht sollte es deshalb eben nicht darum gehen, den gegenwärtigen Zustand gleich wieder einzuordnen und zu reflektieren, sondern darum, die Sorge und die Verunsicherung zuzulassen, die diese Zeit mit sich bringt. Weil Gegenwart nur dann, wenn man nicht gezwungenermaßen in ihr stecken bleibt, sondern sich ihr bewusst zuwendet, zu einer lehrreichen Erfahrung werden kann. Zu einer Übung darin, zu verstehen, dass nicht alles plan- und kontrollierbar ist. Dass es wichtig ist, Ungewissheiten aushalten zu können. Allein schon, weil Unsicherheit der Normalzustand ist. Eine Sicherheit gibt es nicht.
Wenn es nur Sicherheit gäbe, wäre das Leben ohnedies langweilig, denn dann gäbe es keine Hoffnung, keine Überraschungen, es bräuchte kein Vertrauen. Und worüber sollte man sich noch freuen, wenn man alles schon hat kommen sehen?
Und damit verbunden lässt sich auch die übergeordnete Erfahrung machen, dass Gegenwart dadurch eines Tages zu einer als sinnvoll wahrgenommenen Vergangenheit wird, dass man sie jetzt nicht vorbeiziehen lässt – sondern sie bewusst erlebt.

Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!
Pablo Picasso